Geranio News
Aus "Gault Millau", 2010
Die seit Jahren unveränderte Bewertung erinnert uns an die Frage, ob das Glas halb voll oder halb leer ist. Es kommt wie immer auf den Blickwinkel an: Treten die Geranios auf der Stelle? Oder überzeugen sie mit konstanter Leistung? Wir bedauern zwar, dass sich die Küche nicht weiterentwickelt, sehen es aber insgesamt positiv und freuen uns, dass die sympathischen Sizilianer ihre Vormachtstellung im Lahn-Dill-Kreis verteidigen.
Allein der im aromatischen Sud servierte Atlantik-Wolfsbarsch mit dünnen Kartoffelscheiben lohnte den Besuch. Wir hatten diesen Klassiker des Hauses lange nicht mehr bestellt - und waren wieder hin und weg. Der Loup frisch und perfekt gegart, der mit vielen Käutern und Bouillon aromatisierte Sud zum Auslöffeln. Erstaunlich, dass der Löffel erst auf Anfrage gebracht wurde. Schön saftig das Milchkalbskotelett mit Rosmarinkartoffeln, Lauchzwiebeln, gegrillter Zucchini und Paprika, ordentlich die Kalbsleber mit Kartoffelpüree und Pfifferlingen.
Die Hauptgänge ließen die kleinen Auftakt-Enttäuschungen vergessen: Auf das Trüffelöl hätten die Geranios bei der Salatvariation mit Wachtel besser verzichtet, die Pasta gern eine Minute länger kochen und mit zwei Prisen Salz weniger würzen sollen. Beim Dessert - Basilikumeis mit Erdbeeren in vanilliertem Olivenöl - harmonierten die verschiedenen Geschmackskomponenten.
Die übersichtliche, aber mit mehreren guten Gewächsen bestückte Weinkarte ist bis auf eine Hand voll Roter fest in italienischer Hand. Rosa Geranio leitet charmant und kompetent den Service, der zur lockeren Atmosphäre in diesem Fachwerkhaus am schönen Marktplatz beiträgt.
Aus "Gault Millau", 2009
Am Bilderbuch-Marktplatz unterhalb des Schlosses derer von Solms wird auf der Terrasse oder drinnen im kundig und schön renovierten Fachwerk viel mediterrane Heiterkeit aufgetischt – mal abgesehen vom Räucherlachs und Räucheraal im sehr schön anzuschauenden Amuse-bouche, in dem Cappuccino von Schwarzmöhre und apartes Salätchen von sizilianischer Blutorange und junger Zwiebel ungleich mehr beeindrucken.
Niemals sollte man sich Bavette mit Vongole Veraci, Olivenöl, Knoblauch und Peperoncini entgehen lassen, deren erhabene Einfachheit mit der Zunge schnalzen lässt. Garantiert würde dazu Chardonnay vom sizilianischen Topwinzer Planeta geschmeckt haben, zu dem der in jeder Hinsicht angenehme Service riet. Aber man darf ja auch Roten trinken, wenn man den so selten zu findenden 86er Valtellina Sfursat Cinque Stelle für sehr akzeptable 60 € entdeckt. Der wunderbar gereifte Nebbiolo aus den lombardischen Bergen begleitete auch frische Ravioli mit saftigem Fleisch vom Kaninchen gut und erst recht die rösch gebratene Bresse-Taube mit gerösteten Rosmarinkartoffeln. Die hätten auch besser zu Saltimbocca in Weißweinsauce gepasst als die dazu servierten laffen Salzkartoffeln.
Erfrischendes Zitronensorbet mit Prosecco und tadellose sizilianische Cassata erfreuten zum guten Schluss.
Aus "Wetzlarer neue Zeitung", Juni 2000
[...] Die “Alte Lahnmühle” in Naunheim teilt sich nun gemeinsam mit dem Braunfelser “Geranio” die Spitzenposition. Gault Millau lobte beide Häuser für ihre “sehr gute Küche” und dekorierte sie jeweils mit einer Kochmütze. [...]

Die vier Geranios auf der Terrasse ihres Restaurants am Braunfelser Marktplatz: sitzend Rosa und Vinzenco, die den Service leiten, dahinter die Chefköche Salvatore und Carmelo (rechts).
Aus "Wetzlarer neue Zeitung", 22. Mai 1999
"Geranio" ist der Aufsteiger des Jahres

B r a u n f e l s (re). Die Tester der “Gourmetbibel” Gault Millau gelten als besonders streng, um so höher ist ihre Lobeshymne auf das Braunfelser “Ristorante Geranio” zu bewerten: “Wir kennen nur wenige Marktplätze in Deutschland, wo man im Sommer so schön sitzen und gleichzeitig so gut essen kann. Und wir kennen zumindest in Mittelhessen derzeit keinen besseren Italiener”, heißt es in der aktuellen Ausgabe des “Reiseführers für Genießer”.
Mit 13 Punkten und einer Kochmütze attestiert Gault Millau dem “Geranio” auf Anhieb eine “sehr gute Küche” - und kürt das Restaurant am Kurpark damit zum kulinarischen Aufsteiger des Jahres in der Region. Die schlemmenden Juroren zeigten sich von den “durchweg sehr kräftig gewürzten Gerichten und einigen interessanten Zubereitungen” verblüfft, ärgerlich fanden sie nur die Produktwiederholungen im Menü.
“Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung”, sagte Rosa Geranio, die das beliebte Restaurant gemeinsam mit ihren drei Brüdern Carmelo, Salvatore und Vincenzo leitet. Die Gault Millau-Urkunde hat einen Ehrenplatz bekommen.
Neben den italienischen Standards (Pizza und Pasta in vielen Variationen) bietet der sizilianische Familienbetrieb auf der wöchentlich wechselnden Spezialitätenkarte kreative mediterrane Gerichte. “Alles wird frisch zubereitet”, versprechen die Geschwister.
